Am 22. Oktober 2025 fand unter dem Motto "Kostbare Lebenszeit - Puzzlestein für Puzzlestein zur Lebensqualität im Alter" die diesjährige Fachtagung der NÖ ARGE für Pflege und Betreuung im NÖ Landtagssaal in St. Pölten statt, die von Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister in Vertretung von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner eröffnet wurde.
Mag. Dr. Doris Pfabigan, u.a. Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin (DGKP) sowie Mitglied des ASCOT-Teams am Institut für Altersökonomie an der Wirtschaftsuniversität Wien, eröffnete die Veranstaltung mit Ihrer Keynote „Worauf es letztlich ankommt – Lebensqualität als zentraler Fokus in der Langzeitpflege“ und zeigte auf, wie mit Hilfe von ASCOT (Adult Social Care Outcome Toolkit) die Lebensqualität in der Langzeitpflege erfassbar und messbar ist. Gelingt es, die Perspektive der Betroffenen stärker in den Mittelpunkt zu stellen, kann mitunter nicht nur ihre Lebensqualität gesteigert, sondern auch die Sinnhaftigkeit pflegerischer Arbeit sichtbarer gemacht werden.
Martin Wagner, BSc MSc, Abteilung Gesundheitsrecht (GS4) beim Amt der NÖ Landesregierung, Fachgebietsleitung ASV Pflegewesen, ging der Frage nach der Messbarkeit von Lebensqualität in seinem Vortrag „Lebensqualität im Alter – Eine Frage der fachlichen Begleitung?“ Eine multiperspektivische Betrachtung im Rahmen eines Fallbeispiels. vertiefend auf den Grund - von Begriffsdefinitionen, über den theoretischen Ansatz, bis hin zu Modellen/Instrumenten zur Messbarkeit (WHOQOL-Bref, WHOQOL-OLD, H.I.L.D.E.). Veranschaulicht wurden die Ausführungen anhand eines praktischen Fallbeispiels.
Mag. Martina Kuttig, Pflegewissenschaftlerin und stellvertretende Leiterin des Departments für Demenzforschung und Pflegewissenschaft an der Universität für Weiterbildung Krems, beleuchtete in ihrem Vortrag „Mehr als ein Dach über dem Kopf – Wohnlichkeit fördert Gesundheit“, was genau eine Umgebung wohnlich macht und wie ein solches Konzept in der Pflege realisiert werden kann. Es wurden räumliche, soziale und gestalterische Aspekte und Elemente, die einen Beitrag leisten können, unter die Lupe genommen, damit Pflegeeinrichtungen nicht als Verwahrorte, sondern als echte Lebensräume wahrgenommen werden, in denen Individualität, Teilhabe und Geborgenheit ermöglicht werden.
Sabine Sramek, MSc, u.a. Pflegedienstleiterin in der Einrichtung der Barmherzigen Brüder PFLEGEN BETREUEN WOHNEN Kritzendorf sowie Mitglied im Fachbeirat Gewaltschutz der Gesundheit Österreich GmbH, zeigte in Ihrem Vortrag „Gewaltfreie Pflege: Anspruch und Wirklichkeit“ auf, wo und wie es im Pflegesystem zu Grenzüberschreitungen kommen kann - oft unbemerkt, manchmal ungewollt. Neben strukturellen Ursachen von Gewalt, wurde ebenso für subtile Formen wie Vernachlässigung oder entwürdigende Kommunikation sensibilisiert. Darüber hinaus wurden Empfehlungen mit auf den Weg gegeben, wie Pflegekräfte, Einrichtungen und Angehörige gemeinsam Verantwortung übernehmen können.
Univ. Doz. Dr. Gerald Gatterer, klinischer- und Gesundheitspsychologe, Psychotherapeut sowie Leiter des Instituts für Alternsforschung an der Sigmund Freud Privatuniversität Wien, widmete sich in seinem abschließendem Vortrag „Sexualität, Partnerschaft und Beziehung in der Langzeitpflege: (K)ein Tabu!?“ einem Thema, das selten offen diskutiert wird, gerade im Zusammenhang mit älteren Menschen und solchen mit Demenz. Dabei sind Intimität und Nähe nicht nur Bedürfnisse - es handelt sich vielmehr um Quellen von Freude, Geborgenheit und Identität. Betreuungsstrukturen bilden hierbei jedoch oftmals limitierende Faktoren, weshalb die für eine positive Partnerschaft und Sexualität relevanten Faktoren und die Lösung von Problemen diskutiert und veranschaulicht wurden.
Wir danken an dieser Stelle allen Vortragenden ganz herzlich für die Ausführungen, Denkanstöße und wertvollen Inputs!
Ebenso sagen wir Dankeschön an Barbara Willensdorfer für die Begleitung durch den Tag als Moderatorin und dem improvista social club für die kurzweiligen Improvisations-Slots.
Veranstaltungen wie diese wären nicht möglich, ohne die Unterstützung von Sponsoren - daher sagen wir ein großes DANKE auch an:
- Die Niederösterreichische Versicherung
- Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien AG
- hollu Systemhygiene GmbH
- MediCare Personaldienstleistungen GmbH
- ORTHOfit GmbH/ORTHOmedical GmbH
- x-tention Informationstechnologie GmbH
- Schrack Seconet AG & Carechamp GmbH
- Österreichische Bergkräutergenossenschaft eGen
Last but not least bedanken wir uns bei der Buchhandlung Kral für die Betreuung des Büchertisches sowie bei allen TeilnehmerInnen fürs Mit-Dabei-Sein und das aktive Einbringen von Fragen.